Wilfrid Perraudin Biografie

Wilfrid Perraudin wurde 1912 in Moulins-Engilbert in Burgund geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Paris. Nach seinem Examen an der Académie Nationale Supérieure des Arts Décoratifs als jüngster Student wurde er von Raoul Dufy als Privatschüler ausgewählt . Bei ihm arbeitete er an seinen Entwürfen für Stoffe der Firma Bianchini-Ferier mit. Nach dem Militärdienst in Syrien kehrte er nach Frankreich zurück, wo er sein Studium an der Académie Nationale Supérieure des Arts Décoratifs und an der Académie des Beaux Arts, Kalarossi und La Grande Chaumière wieder auf nahm. Während dieser Zeit war Perraudin Meisterschüler von Jean Souverbie. Nach einem Studium verdiente er seinen Lebensunterhalt in Frankreich zuerst als freischaffender Gebrauchsgrafiker und Maler. Während des Krieges wurde er in einem französischen Flugzeugwerk als technischer Zeichner dienstverpflichtet und später nach Deutschland zwangsversetzt.
Nach dem Krieg war er von 1949 bis 1952 in Paris und danach bis 1978 in Freiburg am französischen Lycée Turenne als Kunsterzieher tätig. Während dieser Zeit sind viele Ölbilder und unzählige Zeichnungen entstanden. Geför-dert wurde sein privates Schaffen durch Dr. Gombert, den damaligen Direktor der Freiburger Städtischen Museen. Seine erste große Einzelausstellung war 1955 im Suermondt-Museum in Aachen. Nach der Ausstellung „Sakrale Kunst der Gegenwart in Frankreich“ in Baden Baden folgten ab 1960 öffentliche Aufträge für die Gestaltung von Kunstverglasungen, Lichtwänden und Mosaiken in zahlreichen Kirchen und öffentlichen Gebäuden Nord- und Süddeutschlands. Große Ausstellung im In- und Ausland folgten. Wegen seiner Verdienste erhält Perraudin 1964 die Auszeichnung „Chevalier dans l´Ordre des Palmes Académiques“ und 1974 die Auszeichnung „Officier dans l´Ordre des Palmes Académiques“.
Seit seiner Pensionierung ist Wilfrid Perraudin ausschließlich als freischaffender Maler tätig. Er lebt und arbeitet in Marburg und auf Mallorca. Bei der Ausstellungseröffnung in seinem Heimatland Frankreich in Nevers erhielt er im Jahr seines 90. Geburtstags für sein Lebenswerk die hohe Auszeichnung „Commandeur dans l´Ordre des Palmes Académiques“.
Aufgrund seiner besonderen Verdienste erhielt W. Perraudin kurz vor seinem Tod die Goldmedaille der Académie Française für den Bereich "Art
· Sciences · Lettres".

Wilfrid Perraudin ist am 25. Mai 2006 in Palma de Mallorca gestorben und liegt mit seiner Frau Hildegard auf dem Bergäckerfriedhof in Freiburg-Littenweiler.

Traueransprache am 6.6.06

 
Paul Gihr, Blumberg